Was tun, wenn ein Tattoo nicht mehr gefällt?

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Das Tattoo gefällt nicht mehr? Vor diesem Problem stehen manche Menschen aus verschiedensten Gründen. Es könnte sich um ein sehr persönliches Tattoo handeln, doch der Anlass – oft eine Liebesbeziehung – existiert nicht mehr. Manchmal hat sich auch einfach der persönliche Geschmack geändert. Eines Morgens schaut der/die Betreffende in den Spiegel und stellt fest: Das Tattoo gefällt nicht mehr.

Tattoo entfernen lassen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich lässt sich ein Tattoo lasern und damit entfernen. Manche Träger denken auch an ein Tattoo Cover Up, also das Übertätowieren mit einem neuen Tattoo. Davon raten die meisten Tattoo-Studios ab: Das Problem wird damit meistens noch größer. Tattoos sind nach wie vor im Trend, doch nicht jedes Tattoo ist immer zum Lieblingstattoo. Ihr Image als Körperschmuck von Hafenarbeitern und Sträflingen haben sie zwar längst verloren: Mütter tätowieren sich den Namen und das Geburtsdatum ihres Kindes auf den Arm, Liebespaare bekunden auf diese Weise ihre ewige Verbundenheit.

Dennoch ändert sich die Meinung darüber manchmal im Laufe der Zeit. Die Mutter wird das Tattoo möglicherweise stolz bis an ihr Lebensende tragen, bei einem Liebespaar aber ist die Sache leider nicht ganz so sicher. Wenn die Beziehung scheitert, denken beide Partner sehr schnell über eine Tattooentfernung nach. Nicht selten schämen sich menschen für ihr Tattoo und entwickeln sogar ein zurückgezogenes Verhalten. Kompelxe wegen einem Tattoo – sogar Depressionen sind keine Seltenheit

Doch auch Menschen mittleren Alters, welche ihre Haut in sehr jungen Jahren mit der dauerhaften Zeichnung verzierten, möchten in vielen Fällen ein Tattoo entfernen lassen. Vielleicht sind sie inzwischen in einer beruflichen und gesellschaftlichen Position, in der diese Optik einfach unpassend wirkt. Ein dritter Grund für das Unbehagen hat rein modische Gründe: Es gibt Motive, die einst sehr angesagt waren, doch der Geschmack ändert sich. Das Ergebnis ist klar: Dieses Tattoo gefällt nicht mehr.

Ist eine Tattooentfernung schwierig?

Sie ist leider komplexer als das Stechen eines Tattoos. Dieses ist selbst bei größeren Motiven in wenigen Stunden erledigt, nur in seltenen Fällen benötigt der Tätowierer mehrere Sitzungen. Der Vorgang bleibt zeitlich überschaubar. Da die Tattoos nun “für die Ewigkeit” gestochen wurden, ist ihre Entfernung doch ein recht komplizierter und langwieriger Prozess. Auf mehrere Behandlungen müssen sich die Betroffenen einstellen, doch die genaue Zahl hängt vom Einzelfall ab. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:

  • Ist es ein professionell oder laienhaft gestochenes Tattoo? Laien verwenden manchmal andere Nadeln, Tinten und Einstichtiefen als Profis. Das kann die Entfernung schwieriger oder leichter machen.
  • Wie groß ist die Tätowierung?
  • Welche Farben wurden für das Tattoo verwendet?
  • Wie tief wurden einzelne Farben gestochen? Auch Profis machen hier Unterschiede.
  • Wie reagiert das Lymphsystem auf das Tattoo?

Das Ziel besteht in einer möglichst schnellen, umfassenden Entfernung des Tattoos bei überschaubaren Kosten. Es lassen sich vorab Prognosen zum möglichen Erfolg abgeben.

Tattoo lasern: Wie funktioniert das?

Bei diesem Verfahren kommen Q-Terra ND YAG-Laser der dritten Generation zum Einsatz, die eine professionelle Entfernung der Tattoos mit bis zu vier Wellenlängen ermöglichen. Beim Lasern werden die Farbpigmente in einem Sekundenbruchteil auf mehrere 100 °C erhitzt – das ist nur wenig und punktuell spürbar. Durch die Hitze zerplatzen die Pigmente, das körpereigene Lymphsystem baut sie anschließend ab. Die Behandlung erfolgt in mehreren Sitzungen schrittweise unter anderem wegen des Einsatzes verschiedener Wellenlängen im Nanometerbereich für unterschiedliche Farben.

Der Laser wirkt auf absolut schwarze, aber auch sehr helle Farben, er kann das gesamte beim Tätowieren eingesetzte Farbspektrum erfassen. Er produziert eine stabile Energiedichte während der ultrakurzen Impulse, dadurch gelingt die Einzelbehandlung schnell und effektiv. Mit einer speziellen Spotgröße – etwa 4 x 4 mm – können nebenher sogar altersbedingte, unerwünschte Hautpigmentierungen behandelt werden. Die Behandlung führen erfahrene Tattooentfernungs-Spezialisten und Heilpraktiker durch. Empfohlene Zusatzbehandlungen (im Preis enthalten) sind die Lymphdrainage für die Abführung der Farben über das Lymphsystem und die Microdermabrasion für eine schonende Behandlung und ein verbessertes Hautbild.

Tattoo gefällt nicht mehr - was tun?

Tattoo gefällt nicht mehr – was tun?

Kann man/frau auch testweise ein Tattoo lasern lassen?

Die meisten Studios bieten das an. Interessenten sollten sich einige Tage lang in Ruhe ihren Körper anschauen, bis sie feststellen: Dieses sehr kleine Tattoo gefällt nicht mehr, das lasse ich zuerst entfernen. Auf diese Weise unterziehen sie sich quasi einer etwas harmloseren Probebehandlung, um den Ablauf und das Körpergefühl besser kennenzulernen. Es entstehen naturgemäß Schmerzen, die denen beim Tätowieren ähneln, doch die Einzelentfernung einer kleineren Zeichnung kann in fünf bis 30 Minuten erledigt sein. Danach können sich die Betroffenen größeren Tattoos zuwenden, die sie loswerden möchten. Im Rahmen dieser Probebehandlung schauen sich die Experten des Studios auf Wunsch den gesamten Körper an, um realistische Prognosen für die Entfernung einzelner Tattoos erstellen zu können.

Die Körperzeichnungen fallen sehr unterschiedlich aus, sind mehr- oder einfarbig und wurden manchmal in vielen verschiedenen Studios und über viele Jahre angefertigt. Daher gleicht kaum ein Tattoo dem anderen – von den unterschiedlichen Motiven ganz abgesehen. Für das Entfernen von Tattoos gibt es heute schon zertifizierte SpezialistInnen, weil diese Tätigkeit in den Gesundheitsbereich fällt. Die Schmerzen lassen sich übrigens nach der Behandlung sehr effektiv lindern, schon eine Kühlung hilft.

Hat eine Tattooentfernung Nebenwirkungen?

Es können in Einzelfällen kurzfristige Nebenwirkungen wie Juckreiz und Hautschuppungen auftreten. Sie verschwinden nach wenigen Tagen. Wichtig ist das Trockenhalten der Haut für die nächsten 48 Stunden nach der Behandlung, dann kann eine Nachbehandlung folgen. Die Hautbeschaffenheit und die Lymphe spielen natürlich für den Heilungsprozess eine große Rolle. Wegen der nötigen Erholung der Haut und des Körpers, aber auch wegen möglicher Nebenwirkung ist ein gewisser Abstand zwischen den Sitzungen nötig (acht Wochen, mit einer Microdermabrasion nach vier Wochen).

Die Entfernung sehr großer, bunter und tief gestochener Tattoos kann unter Umständen einige Monate dauern. Das Studio wird den Fortschritt fotografisch dokumentieren. Narben sind als Nebenwirkungen übrigens nicht zu befürchten. Wichtig ist das Absetzen bestimmter Medikamente vor der Behandlung, auch starke Sonneneinstrahlung sollte gemieden werden. Hierzu erfolgt eine umfassende Beratung.

Tattoo gefällt nicht mehr – warum kein Cover Up?

Passionierte TattooträgerInnen denken sehr oft: Das Tattoo gefällt nicht mehr, doch kann ich es nicht covern lassen? Die Idee erscheint zunächst bestechend, aber Experten für die Entfernung von Tattoos raten dringend dazu, als Erstes die Leinwand frei zu machen. Erst dann kann die Person überhaupt entscheiden, ob es nicht eine reine Hautstelle bleiben darf oder ob sich ein neues Tattoo anbietet. Das Tattoo Cover Up wird allzu oft ein müder Kompromiss, denn dabei sollen oft Teile des vorherigen Tattoos eingebunden werden, was stilistisch nur mehr oder weniger gut gelingen kann.

Auch psychologisch bleibt übrigens die alte Zeichnung bei einem Tattoo Cover Up bestehen. Doch manche Träger wollen sich vom ursprünglichen Spruch “I love Rita” wirklich und endgültig verabschieden, denn Rita ist mit dem besten Kumpel durchgebrannt, was man sehr gern komplett vergessen möchte. Wenn sich Menschen ein Tattoo entfernen lassen, ist das auch ein befreiender Prozess, der alte Wunden heilen kann.

Zahlt die Kasse die Entfernung von Tattoos?

Leider nein, denn rein medizinisch sind sauber gestochene Tattoos nicht schädlich für die Gesundheit. Zudem haben sich ihre Träger freiwillig für sie entschieden. Daher müssen sie auch die Kosten für die Entfernung tragen, wenn sie endgültig feststellen: Das Tattoo gefällt nicht mehr! Kommt es zu Komplexen wegen einem Tattoo oder zu ernsthaften Folge-Erkrankungen wie Depressionen, ist dies mit einem Hausarzt und oder Facharzt abzuklären.

Diese Kosten für eine Tattooentfernung sind aber vertretbar. Sie unterscheiden sich nach der Größe und Art des/der Tattoos, weshalb wir an dieser Stelle keine Pauschalpreise nennen können. Erwähnenswert ist sicherlich, dass die eingesetzte Lasertherapie auch bei diversen anderen Hautproblemen hilft. Allein deshalb lohnt es sich, die Methode einmal kennenzulernen.

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